Mit dem „Calea“ eröffnet am 2. Oktober 2019 im Herzen Wiens ein Dinner-Club, der das Thema vertikale Begrünung in 18 Meter Tiefe förmlich an die Spitze treibt.

 

Das Wort Calea kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet so viel wie „Freude“. Vor allem aber ist die „Calea“ eine tropische Pflanze, die man eher unter dem Begriff „Aztekisches Traumkraut“ kennt. Und diese Bezeichnung lässt wiederum auf die buchstäblich „traumhafte“ Wirkung dieser Pflanze schließen – sie ist in der Tat sanft psychoaktiv. Ein Begriff also, der einem Dinner-Club ganz wunderbar als Name dient. Vor allem dann, wenn sich die Macher desselben auf Caleas florale Wortbedeutung stürzen.

Vertikale Begrünung mit Tiefgang

Dann erblüht plötzlich in 18 Meter Tiefe ein Szene-Lokal der besonderen Art! Heimlich, still und leise werden also seit ein paar Wochen die einstigen Räumlichkeiten des ehemaligen Wiener Jazz-Clubs „Birdland“ des legendären Joe Zawinul unter dem Hotel „Hilton am Stadtpark“ aufwendig in den exklusiven Dinner-Club Calea umgebaut. Und zwar so, dass sich Wiens Nachtschwärmer schon bald in einem wahren Dschungel aus unterschiedlichsten Pflanzen – vor allem Moosen – wiederfinden werden.

Die Bluete der Nacht

Die Bluete der Nacht

Die Bluete der Nacht

Die Bluete der Nacht

 

Das moos sein!

Konkret werden nämlich insgesamt 25 Quadratmeter Wand nach einem speziellen Verfahren regelrecht erblühen, wie Andi Lichtblau erzählt. Seine Firma „Wildes Moos“ hat sich unter anderem mit Projekten wie „Die Stadtbegrüner“ auf vertikale Begrünungen spezialisiert und widmet sich besonders gern solch ungewöhnliche Installationen. Denn tief unter der Erde Pflanzen zu pflanzen ist alles andere als ein Kinderspiel: „Wir haben eine eigene Möglichkeit entwickelt, die es uns möglich macht, die Moose auch unter der Erde installieren zu können“, erzählt der Profi. Allerdings fügt er an, dass man damit im Grunde gar nicht so weit entfernt von der natürlichen Umgebung dieser Gewächse operiert: „Moos ist auch in der freien Natur in Höhlen oder an kaum lichtdurchfluteten Stellen zu finden“, räumt er ein.

Kein Licht, kein Baum

In diesem konkreten Fall aber freut sich der „Wilde Moos“-Chef schon tierisch darauf, mit dem Einsatz der richtigen Beleuchtung besonders spektakuläre Effekte erzielen zu können. „Wir werden hier ein paar Dinge realisieren können, von denen ich schon sehr lange träume“, stellt er in Aussicht.

An einer Sache allerdings beißen sich Lichtblau und die beiden Club-Chefs Kevin Barraclough und Thomas Thurner aktuell noch die Zähne aus: Große und echte Bäume unter der Erde wachsen zu lassen! „Das geht ohne Tageslicht eben nicht so wirklich“, schmunzelt Lichtblau.

Wo heisse Naechte coole Blueten treiben
Der Gastraum des Calea wird 90 Gästen Platz bieten.

Wo heisse Naechte coole Blueten treiben
Bis 22 Uhr gibt’s Tische am Dancefloor, danach wird hier getanzt

 

Bis dieses Problem gelöst ist, fließen also wohl noch viele Flaschen Champagner durch die Kehlen der Calea-Gäste, die sich unterdessen an einer anderen, neuartigen Installation erfreuen werden können: „Wir werden statt der Bäume einstweilen einen echten Mooskugelwald von der Decke wachsen lassen“, so die Macher. Und weiter: „Diese unterirdische Oase soll die Gäste in eine Welt entführen, in der Traum und Realität miteinander regelecht verwachen!“

Ob sich übrigens das wilde Moos der Wände auch in der Speisekarte des Dinner-Clubs wiederfinden wird? Noch will man das nicht verraten – schließlich will man den Gästen bei der Eröffnung am 2. Oktober noch so manche Überraschung angedeihen lassen. Aber eines sei schon einmal gesagt: Wenn ein Spitzenkoch wie Sebastian Müller dabei ist, eine besondere Speisekarte zu kreieren, darf man sich auf etwas gefasst machen. Schließlich ist der in Wien lebende Berliner dafür bekannt, gerne fein abgeschmeckte Insekten zu servieren …

Text: Johannes Stühlinger
Fotos: Calea Dinner-Club/Philipp Chmelar

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