Wenn man ein Luxus-Chalet gebucht hat und dann vor einer Scheune steht, wähnt man sich als Gast zunächst veräppelt. Doch hat man Les Arches in der exklusiven kanadischen Ferienanlage Teracea erst einmal betreten, löst sich alles in (Wohl-)Gefallen auf.

Siebzehn Jahre ist es nun her, da entdeckten zwei visionäre Freunde und Unternehmer ihre gemeinsame Leidenschaft für die wilde Schönheit von Charlevoix. Einst konnte man hier nur zelten, wollte man die Landschaft genießen. Das wollten Florent Moser und Alain Rajotte ändern. Komfort und Naturgenuss, fanden die beiden, können auch Hand in Hand gehen. Und so stehen am Berghang über dem kanadischen La Malbaie heute nicht weniger als zwanzig Chalet-Villen und fünf Pavillons. Sie sind Teil der luxuriösen Ferienanlage Teracea, in der gestresste Städter sich eine Auszeit vom Alltag gönnen. Und mittendrin auf dem 56 Hektar großen Grundstück steht seit kurzem auch Les Arches.

Scheune von Florent Moser entworfen
Der Eingang zum Luxus-Chalet: eine Scheune.

Erdgeschoss von Les Arches mit Rundbögen aus Stein
Im Geschoss darunter entfaltet sich das Refugium.

Auf den ersten Blick will sich so recht nicht erschließen, wie die Unterkunft zu ihrem Namen kam. Von Bögen keine Spur. Stattdessen steht der Besucher vor einer schlichten, kleinen Scheune, deren Holz silbrig in der Sonne glänzt. Und so mancher Gast mag sich schon verwundert gefragt haben, wie denn hier bitte jene sechs Erwachsenen und sechs Kinder unterkommen sollen, von denen im Buchungstext unter dem Punkt „Kapazität“ zu lesen ist.

Drüber und drunter

Bevor man jedoch zurück zur Rezeption stiefelt, dreht man doch noch mal eine Runde um die Scheune. Und siehe da: Die hat es in sich. Oder besser unter sich. Denn sie thront auf einem steinernen Erdgeschoss, das in den Hang eingebettet ist. Es erweitert die zunächst zurückhaltenden Proportionen der Scheune, die lediglich als Eingangsbereich dient, zu einem großzügigen Domizil. Hier trifft man dann auch auf die fünf großen Steinbögen, die der vermeintlichen Scheune ihren Namen gaben und an europäische Klosterbauten oder Brücken erinnern. Entworfen von Florent Moser, schafft Les Arches eine einzigartige Balance zwischen kontinentalem Charme und natürlicher Integration in die raue Landschaft der Neuen Welt.

Wohnzimmer im Les Arches
Die Kopfsteinpflasterböden im Wohnzimmer …

Küchenbereich mit Bar
… und der Küche speichern Wärme. Schicke Effizienz.

„Die Idee war, ein Haus zu entwerfen, das sich seiner Umgebung anpasst und sich erst Stück für Stück offenbart – wie ein Geheimnis, das mit der Natur geteilt wird“, erklärt Florent Moser. Teil dieses Geheimnisses sind drei luxuriöse Familien-Suiten, die tatsächlich bis zu zwölf Gästen Platz und Privatsphäre bieten. Die Integration in den Hang bietet dabei viele Vorteile. So ist Les Arches strategisch nach Südwesten ausgerichtet und profitiert ganzjährig von der Sonne, die durch die großen Fenster hinter den Steinbögen ins Chalet fällt. Im Winter wird es so auf natürliche Weise erwärmt. Im Sommer sorgen die teils in den Boden eingelassenen Wände für angenehme Kühle.

Les Arches hat den Bogen raus

Eine zentrale Treppe bildet das Rückgrat des Hauses. Von der Scheune aus gelangt man über sie auf jede der Zwischenebenen, auf denen sich jeweils ein neuer Raum eröffnet. Das Highlight ist der Wohnbereich im Gartengeschoss mit seinem Kopfsteinpflasterboden. Die Steine speichern Wärme und geben sie wieder ab – eine Form passiver Energieeffizienz.

Die Rundbögen erinnern an alte Klöster
Die Rundbögen gaben Les Arches seinen Namen.

Ausblick aus dem Schlafzimmer mit Terrasse
Ausblick aus dem Schlafzimmer über den Garten.

Apropos Energieverbrauch: Wie auch die anderen Chalets von Teracea setzt Les Arches auf umweltfreundliche Lösungen. So steht die Scheune quasi auf dem begrünten Dach des unter ihr liegenden Refugiums, was zusätzlich hilft, Hitzewellen cool abzufedern. Überhaupt zeugt die gesamte Bauweise der Ferienanlage von tiefem Respekt gegenüber der Natur. Die Residenzen fügen sich nicht nur optisch nahtlos in das umliegende Ökosystem ein. Es wurden auch nur lokales Holz und Steine aus der Region verwendet, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Und selbstverständlich wurden die nachhaltigen Materialien auch nur von Handwerkern aus der Region verbaut. „Wir verfolgen den Grundsatz, dass Menschen aus dem, was sie umgibt, Großartiges schaffen“, sagt Moser.

Bis zum Horizont

Dazu gehörte auch, dass die beim Aushub entfernte Erde nicht einfach abtransportiert, sondern stattdessen wiederverwendet wurde. Mit ihr schuf man ein natürliches Plateau vor dem Haus. Die Terrasse erweitert nun den Gartenbereich und bietet einen atemberaubenden Blick auf den St.-Lorenz-Strom und die umliegenden Berge – mit einem Effekt, der an einen Infinity-Pool erinnert. „Dieses natürliche Plateau schenkt den Bewohnern eine beruhigende Verbindung zum Horizont – jeder Blick nach draußen wird zu einem einzigartigen Erlebnis“, betont Moser. Dass ein Rückzugsort wie dieser trotzdem auch noch über einen Pool verfügt, versteht sich von selbst.

Les Arches bei Nacht
Gute Nacht im Les Arches im kanadischen La Malbaie: Bis zu zwölf Gäste finden hier Platz.

Wir verfolgen den Grundsatz, dass Menschen aus dem, was sie umgibt, Großartiges schaffen.

Florent Moser, Teracea-Mitgründer

„Les Arches ist ein Ort, an dem man sich von der Natur umarmt fühlt“, so Moser. „Es ist ein Haus von zeitloser Ästhetik, das von unseren Wurzeln und unserer Zukunft erzählt – im Einklang mit der natürlichen Welt.“ Ganz billig ist es freilich nicht, dieser Erzählung zu lauschen. 245 Euro pro Nacht und Person werden fällig.

Tja, Les Arches ist halt doch keine Scheune …

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Text: Daniela Schuster
Bilder: Kimberly Denis

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