Thomas G. Winkler
#intern

„Liquidität vor Profitabilität gilt, solange die Krise anhält“

UBM-CEO Thomas G. Winkler über ein – trotz hartnäckiger Immobilienkrise – besseres Jahr 2025, boomende Wohnungsverkäufe und warum 2026 schwierig wird, ihm aber Hoffnung macht.

Was hat Sie im vergangenen Jahr überrascht? Sowohl positiv als auch negativ. Und Warum?

Thomas G. Winkler: Obwohl 2025 wesentlich besser für die UBM ausgefallen ist als 2024, hat mich die Hartnäckigkeit mit der sich die Immobilienkrise hält, insbesondere im Gewerbebereich, doch überrascht.

Positiv überrascht haben mich unsere Wohnungsverkäufe, bei denen in 2025 noch einmal eine Steigerung drin war, obwohl wir 2024 die Zahl der verkauften Wohnungen gegenüber dem Vorjahr bereits vervierfacht hatten.

Sie manövrieren die UBM unter dem Credo „Liquidität von Profitabilität“ durch die inzwischen lange anhaltende Krise. Ist diese Strategie noch zielführend?

Thomas G. Winkler: Liquidität vor Profitabilität gilt, solange die Krise in unserer Branche noch anhält und sich Banken und Investoren entsprechend vorsichtig verhalten. Dennoch ist uns im Q3/25 Liquidität UND Profitabilität gelungen – und so sollte es ja auch sein ….

An welchen Stellschrauben wird die UBM im neuen Jahr drehen, um den aktuellen Aufwärtstrend weiterführen zu können?

Thomas G. Winkler: Wir sind gerade mitten im Anpassen unseres Geschäftsmodells und erste Ergebnisse sind ermutigend. Diese Verbesserungen, vor allem bei den Baukosten und der Verlagerung der Baustelle in die Fabrik, müssen konsequent im Neuen Jahr fortgesetzt und ergänzt werden.

Wir sind mitten im Anpassen unseres Geschäftsmodells – die ersten Ergebnisse sind ermutigend!

Thomas G. Winkler, CEO UBM Development AG

Was gibt Ihnen für das Jahr 2026 Hoffnung?

Thomas G. Winkler: Ein Sprichwort sagt, dass nach Regen Sonnenschein kommt. Das gilt auch für Krisen. Je länger sie dauern, umso wahrscheinlicher ist es , dass sie eher früher als später zu Ende gehen.

Was erwarten Sie vom Immobilienjahr 2026 in Österreich?

Thomas G. Winkler: Für 2026 erwarte ich mir, dass es insgesamt noch einmal ein eher schwieriges Jahr wird. Das trifft zwar nicht nur auf die Immobilienbranche zu, aber 3 Jahre Rezession, geopolitische Unsicherheiten und die aktuelle politische Diskussion helfen nicht.

Wie wirken sich die geringen Fertigstellungszahlen auf den heimischen Wohnungsmarkt aus?

Thomas G. Winkler: Die Fertigstellungszahlen sind nur das sichtbare Resultat von seit Jahren rückläufigen Bauanträgen. Das lässt sich auch kurzfristig nicht korrigieren. Weniger Angebot bei hoher Nachfrage wird sich auf die Preise auswirken – ein Naturgesetz.

Ende der KIM Verordnung
Im LeopoldQuartier in Wien werden derzeit die erst von UBM errichteten Wohnungen bezogen.

Timber Living München
In München errichtet UBM derzeit unter anderem den Wohn-Holzbau Timber Living mit über 200 Wohnungen.

Rechnen Sie 2026 mit einem Anstieg der Baugenehmigungen und damit einem Aufschwung für das Baugewerbe?

Thomas G. Winkler: Ein klares Nein. Es gibt keine Anreize – im Gegenteil: Es scheint, als ob die Politik vergessen hätte, dass die Entwickler dem Bau die Aufträge geben.

Wie wird sich der Markt für Eigentum entwickeln?

Thomas G. Winkler: Das Angebot von Mietwohnungen wird zurück gehen – Stichwort: Mietendeckel und Indexierung. Die einzige Alternative sind Eigentumswohnungen, die schon 2025 geboomt haben. Die Flucht in Sachwerte verstärkt diesen Trend noch.

Bilder: Squarebytes, Philipp Horak, Bloom Images
 

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